Ehepaar Hugenholtz-Lehmkuhl
Die Familie meines Großvaters Gerhard Willem Karel Hugenholtz (1889-1969), Pfarrer, und Oma Rose Lehmkuhl (1905-1992)
Ich bin nach meinem Grossvater Gerhard/Gerard Hugenholtz genannt. Er wurde in Zuid-Beijerland geboren, wuchs aber auf in Axel (Zeeland), wo sein Vater Pfarrer war ab dem Jahre 1891. Sein Vater, J.B.Th. Hugenholtz (1859-1922), stammte aus einer alten Pfarrerfamilie, die schon jahrhundertelang viele Prediger hervorgebracht hatte. Aber auch Hendrik Knijpinga Cramer (1754-1815), der letzte Drost von Twente; leidenschaftlicher Jäger auf grosses und kleines Wild, Geld und Frauen, gehörte zu seinen Vorfahren.
Die Mutter meines Grossvaters, Mathilde Hugenholtz-Geesink (1865-1942) wuchs in einer wohlhabenden liberalen Fabrikantenfamilie auf. Ihr Vater, Coenraad Geesink (1828-1883) war Seifensieder und Drucker. Bereits in den Jahren 1860-1870 war er an verschiedenen sozialen Fragen beteiligt, und unterstützte er die Errichtung der Drucker-Gewerkschaft; die erste Gewerkschaft in den Niederlanden. Im Jahre 1867 nahm er eine Gruppe von Arbeitern zur Weltausstellung in Paris mit, um zu zeigen wie mann sich organisieren sollte. Er hielt Vorträge mit Personen wie Domela Nieuwenhuis und Multatuli.
Seine Mutter führte ein Entwicklungstagebuch während der ersten 10 Jahre seines Lebens, welches HIER (leider nur auf Niederländisch) einzusehen ist. Nach der Grundschule besuchte Grossvater das reformierte Gymnasium in Amsterdam, wo er mit seine Tante und seinem Onkel Crap Hellingman-Hugenholtz lebte. Damals hiess es, dass er “für Galgen und Rad”
heranwachsen würde (Zitat des Grossvaters). Wegen Beziehungen zur katholischen Kirche ist er auch noch für zwei Wochen aus der Schule ausgeschlossen worden. Nach zwei Jahren entschied er sich die Schule zu verlassen, und er beschloss ein Lehrer zu werden. Am 6. Mai 1910 erhielt er seine Lehrbefugnis in Middelburg, und wurde Lehrer in Axel.
In 1914 zog er nach Utrecht; von 1914 bis 1917 war er da Lehrer an der reformierten “Frans Hals” Schule (Strasse; Waterstraat). Das Gebäude wird noch heute als Gemeindezentrum benutzt, und liegt in dem damals berüchtigten Viertel C. In Utrecht begann er sich aktiv für Sozialarbeit einzusetzen. Vor allem bei der Bekämpfung des Elends Alkoholismus hat er sich grossartig bemüht. Nach einigen Jahren stellte er sich vor die Wahl; entweder Schule absolvieren und studieren, oder weiter im Sozialbereich arbeiten. Er zog letztendlich das Studium vor, blieb aber zugleich sozial aktiv. Um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können nahm er verschiedene Beschäftigungen auf; so war er unter anderem ein Vertreter des Arzneimittelproduzenten “Glypho”. Um für das Studium in Theologie zugelassen zu werden, legte er am 17. August 1923 seine Abitur-Prüfung ab.
Die Mutter meines Grossvaters, Mathilde Hugenholtz-Geesink (1865-1942) wuchs in einer wohlhabenden liberalen Fabrikantenfamilie auf. Ihr Vater, Coenraad Geesink (1828-1883) war Seifensieder und Drucker. Bereits in den Jahren 1860-1870 war er an verschiedenen sozialen Fragen beteiligt, und unterstützte er die Errichtung der Drucker-Gewerkschaft; die erste Gewerkschaft in den Niederlanden. Im Jahre 1867 nahm er eine Gruppe von Arbeitern zur Weltausstellung in Paris mit, um zu zeigen wie mann sich organisieren sollte. Er hielt Vorträge mit Personen wie Domela Nieuwenhuis und Multatuli.
Seine Mutter führte ein Entwicklungstagebuch während der ersten 10 Jahre seines Lebens, welches HIER (leider nur auf Niederländisch) einzusehen ist. Nach der Grundschule besuchte Grossvater das reformierte Gymnasium in Amsterdam, wo er mit seine Tante und seinem Onkel Crap Hellingman-Hugenholtz lebte. Damals hiess es, dass er “für Galgen und Rad”
heranwachsen würde (Zitat des Grossvaters). Wegen Beziehungen zur katholischen Kirche ist er auch noch für zwei Wochen aus der Schule ausgeschlossen worden. Nach zwei Jahren entschied er sich die Schule zu verlassen, und er beschloss ein Lehrer zu werden. Am 6. Mai 1910 erhielt er seine Lehrbefugnis in Middelburg, und wurde Lehrer in Axel.
In 1914 zog er nach Utrecht; von 1914 bis 1917 war er da Lehrer an der reformierten “Frans Hals” Schule (Strasse; Waterstraat). Das Gebäude wird noch heute als Gemeindezentrum benutzt, und liegt in dem damals berüchtigten Viertel C. In Utrecht begann er sich aktiv für Sozialarbeit einzusetzen. Vor allem bei der Bekämpfung des Elends Alkoholismus hat er sich grossartig bemüht. Nach einigen Jahren stellte er sich vor die Wahl; entweder Schule absolvieren und studieren, oder weiter im Sozialbereich arbeiten. Er zog letztendlich das Studium vor, blieb aber zugleich sozial aktiv. Um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können nahm er verschiedene Beschäftigungen auf; so war er unter anderem ein Vertreter des Arzneimittelproduzenten “Glypho”. Um für das Studium in Theologie zugelassen zu werden, legte er am 17. August 1923 seine Abitur-Prüfung ab.
Kirche Axel am 7. August 1899: Familienbesuch; vlnr Marie-Katz-Geesink (Schwester meiner Urgroßmutter Hugenholtz-Geesink (1865-1942), ihrer Mutter Mina Geesink-Reuver (1824-1917); Frida Katz; Co Hugenholtz (1893-1917), Henk Hugenholtz (1895-1956), Karel Fredrik Katz (1885-1963) und JBT Hugenholtz (1859-1922) auf der Kanzel in Axel.
Hinterhof Pfarrhaus im Axel: 7. August 1899; Marie Katz Geesink (Schwester von meiner Urgroßmutter Mathilde) besucht die Familie in Axel.
Auf der Balustrade:
Johan Rudolf Katz (1880-1938); Marie Katz-Geesink; Frida Katz (1885-1963); Mathilde Hugenholtz-Geesink (1865-1942); JBT Hugenholtz (1859-1922); Ur-Ur-Großmutter Geesink-Reuver (1824-1917); Charles Fredrik Katz (1883-1942).
Auf der Treppe in vorne: Han (JBTh 1888-1973), Henk (HSJ (1895-1956), Co (CAJ 1893-1917);
Unten: Gemma (1891-1960), Gerhard (1889-1969).
Vor dem Pfarrhaus im Axel am 7. August 1899; Mini-Familientreffen mit Familie Geesink Marie-Katz (1857-1935). Stehend links-rechts. Eine Dame in Axels Tracht (Maid Jans van der Welle?); Mathilde Hugenholtz-Geesink (1865-1942); oma Geesink-Reuver (1824-1917); Gemma (1891-1960); JBT Hugenholtz (1859-1922); Marie Katz-Geesink; Frida Katz (1885-1963); Karel Fredrik Katz (1883-1942); Johan Rudolf Katz (1880-1938). Sitzen links-rechts Han (JBTh 1888-1973), Gerhard (1889-1969); Co (CAJ 1893-1917); Henk (HSJ (1895-1956).
Nach seiner Abschlussprüfung begann mein Grossvater sein Studium in Theologie an der staatlichen Universität in Utrecht. Seine Predigtamtskandidat-Prüfung bestand er am
8. November 1928. Am 19. Mai 1929 wurde er als evangelisch-reformierter Pfarrer installiert von Prof. A.H. de Hartog (1869-1939) bei den Gemeinden Ransdorp und Schellingwoude.
Er hatte keinerlei Abneigung auch mit anderen religiösen Strömungen der Kirche zusammenzuarbeiten. So hielt er zum Beispiel, zusammen mit dem reformierten Pfarrer
S.J. (Simon) Popma (1899-1988) aus dem nahegelegenen Nieuwendam, ab und an einen ökumenischen Gottesdienst, der bei schönem Wetter auch mal auf dem Rasenplatz statt fand; wobei die Orgel dann herausgetragen wurde.
Zweimal hatte er in Ransdorp die Brandglocke geläutet, als er meinte dass es am Sonntag zu leer blieb in der Kirche. Als die Einwohner hastig aus Neugierde angelaufen kamen, erklärte er, dass es bei seiner heutigen Predigt um Feuer handelt. Es war Pfingsten und Grossvater wollte predigen über “die Ausgiessung des Heiligen Geistes”, und über den Vortrag von Jesus wobei Flammen über die Köpfe der Anwesenden flackerten…. Auch die Polizei war schleunigst zur Stelle…. Grossvater ist letztendlich mit einer Warnung davon gekommen:
Er war bekannt als “lustiger-orthodoxer Pfarrer”, zutiefst gläubig, und einer der für jeden Menschen einen Platz im Himmel vorhersah.
8. November 1928. Am 19. Mai 1929 wurde er als evangelisch-reformierter Pfarrer installiert von Prof. A.H. de Hartog (1869-1939) bei den Gemeinden Ransdorp und Schellingwoude.
Er hatte keinerlei Abneigung auch mit anderen religiösen Strömungen der Kirche zusammenzuarbeiten. So hielt er zum Beispiel, zusammen mit dem reformierten Pfarrer
S.J. (Simon) Popma (1899-1988) aus dem nahegelegenen Nieuwendam, ab und an einen ökumenischen Gottesdienst, der bei schönem Wetter auch mal auf dem Rasenplatz statt fand; wobei die Orgel dann herausgetragen wurde.
Zweimal hatte er in Ransdorp die Brandglocke geläutet, als er meinte dass es am Sonntag zu leer blieb in der Kirche. Als die Einwohner hastig aus Neugierde angelaufen kamen, erklärte er, dass es bei seiner heutigen Predigt um Feuer handelt. Es war Pfingsten und Grossvater wollte predigen über “die Ausgiessung des Heiligen Geistes”, und über den Vortrag von Jesus wobei Flammen über die Köpfe der Anwesenden flackerten…. Auch die Polizei war schleunigst zur Stelle…. Grossvater ist letztendlich mit einer Warnung davon gekommen:
Er war bekannt als “lustiger-orthodoxer Pfarrer”, zutiefst gläubig, und einer der für jeden Menschen einen Platz im Himmel vorhersah.
Meine Grossmutter Rose Lehmkuhl wurde in Köln (14. Mai 1905) geboren als Tochter des evangelisch-lutherischen Händlers Carl Lehmkuhl (1874-1952) und der jüdischen Gretchen Leeuwarden (1877-1952). Ihre Eltern heirateten ein Jahr nach ihrer Geburt. Sie wurde von ihrer Mutter in jüdischen Traditionen erzogen, aber auch die kirchlichen Feste ihres Vaters wurden gefeiert. Die Ferien wurden oft verbracht auf der deutschen Watteninsel Wangerooge, wo Gretchens Schwester und Schwager ein Hotel “Villa Rose” besassen.
Nach dem Krieg fiel es ihrem Vater Carl Lehmkuhl schwer in Köln eine Arbeitsstelle zu finden. In Hamburg aber, geling es; aus diesem Grunde lebte er da unter der Woche bei einer Zimmerwirtin (Kriegswitwe) und am Wochenende war er dann zuhause.
Nach einer glücklichen Jugendzeit in Köln, zog die ganze Familie um 1920 nach Hamburg.
Als sie dann mit ihrem Hausrat endlich in Hamburg ankamen, stellte es sich heraus dass die Bewohner des abgesprochenen Hauses im Nachhinein nicht mehr ausziehen wollten.
Ihr altes Haus war schon besetzt und sogar zurückkehren in die Stadt Köln war nicht mehr möglich, weil es (nach dem Krieg) in der britischen Zone lag. So ist die Familie aus Not zeitlich bei der Wirtin des Vaters eingezogen, und schon bald fanden sie heraus dass der Vater ein Verhältnis mit ihr hatte. Selbstverständlich war diese Situation unhaltbar und
bald zogen Gretchen und die beiden Kinder nach Bremen.
Grossmutter Rose vollendete da ihre Ausbildung und wurde letztendlich Sekretärin/ Stenotypistin am Überlandwerk Nord-Hannover in Bremen. Sie zog mit ihrer Mutter in die Kornstrasse 74 wo sie bis zur Hochzeit lebte. Gretchen wollte keine Scheidung, und obwohl es für Carl (nach der Bestätigung der Nürnberger Rassengesetze 1935) einfach gewesen wäre seine jüdische Frau loszuwerden, hat er das nicht getan. Erst in 1939 (kurz vor seiner zweiten Ehe) hat er sich scheiden lassen. Wie auch immer; Rose und ihr Vater hatten immer weniger Kontakt und um 1930 hat sie die Beziehung zu ihrem Vater ganz abgebrochen. Seine Briefe wurden verbrannt: Ein einziger, den es noch gibt, stammt aus 1930 und ist eine Gratulation zu ihrer Verlobungsfeier. Die Schriftsprache ist “Sütterlin” (üblich in den Jahren ’20/’30 und in den Niederlanden auch wohl “Gotisch-Deutsch”genannt). Grossmutter und ihr Bruder Hans beherrschten diesen Stil mühelos, aber für die heutigen Generationen ist es völlig unlesbar. Eine Transkription dieses Briefes kann mann HIER einsehen.
Nach dem Krieg fiel es ihrem Vater Carl Lehmkuhl schwer in Köln eine Arbeitsstelle zu finden. In Hamburg aber, geling es; aus diesem Grunde lebte er da unter der Woche bei einer Zimmerwirtin (Kriegswitwe) und am Wochenende war er dann zuhause.
Nach einer glücklichen Jugendzeit in Köln, zog die ganze Familie um 1920 nach Hamburg.
Als sie dann mit ihrem Hausrat endlich in Hamburg ankamen, stellte es sich heraus dass die Bewohner des abgesprochenen Hauses im Nachhinein nicht mehr ausziehen wollten.
Ihr altes Haus war schon besetzt und sogar zurückkehren in die Stadt Köln war nicht mehr möglich, weil es (nach dem Krieg) in der britischen Zone lag. So ist die Familie aus Not zeitlich bei der Wirtin des Vaters eingezogen, und schon bald fanden sie heraus dass der Vater ein Verhältnis mit ihr hatte. Selbstverständlich war diese Situation unhaltbar und
bald zogen Gretchen und die beiden Kinder nach Bremen.
Grossmutter Rose vollendete da ihre Ausbildung und wurde letztendlich Sekretärin/ Stenotypistin am Überlandwerk Nord-Hannover in Bremen. Sie zog mit ihrer Mutter in die Kornstrasse 74 wo sie bis zur Hochzeit lebte. Gretchen wollte keine Scheidung, und obwohl es für Carl (nach der Bestätigung der Nürnberger Rassengesetze 1935) einfach gewesen wäre seine jüdische Frau loszuwerden, hat er das nicht getan. Erst in 1939 (kurz vor seiner zweiten Ehe) hat er sich scheiden lassen. Wie auch immer; Rose und ihr Vater hatten immer weniger Kontakt und um 1930 hat sie die Beziehung zu ihrem Vater ganz abgebrochen. Seine Briefe wurden verbrannt: Ein einziger, den es noch gibt, stammt aus 1930 und ist eine Gratulation zu ihrer Verlobungsfeier. Die Schriftsprache ist “Sütterlin” (üblich in den Jahren ’20/’30 und in den Niederlanden auch wohl “Gotisch-Deutsch”genannt). Grossmutter und ihr Bruder Hans beherrschten diesen Stil mühelos, aber für die heutigen Generationen ist es völlig unlesbar. Eine Transkription dieses Briefes kann mann HIER einsehen.
Onkel Hans Lehmkuhl, Henry Heger, Tilly (Mathilde) Heger, Gretchen Lehmkuhl-Leeuwarden, Rose Hugenholtz-Lehmkuhl, Nathan Heger; um 1925/26; sehr wahrscheinlich die Ehe von Nathan und Mathilde.
Markante Detail ist, dass Henry Heger (1905-1937), der Sohn von Nathan Heger und ¼ jüdischen Bohrung der ehemalige SS-Uniform trug.
Nathan und Mathilde werden in 1941 nach Minsk deportiert und ermordet.
Am 14. Juli 1929 begegneten meine Grosseltern sich zum ersten Mal während eines Urlaubs in Heidelberg. Oma war mit einer Freundin, Else Gras, von Bremen aus auf einer Reise. Mein Grossvater war ab 1929 Pastor in Ransdorp und im nahegelegenen Schellingwoude. Opa war zusammen mit seinem Bruder Wim (1902-1969) von den Niederlanden aus auf Urlaubsreise.
In Heidelberg begegneten sie einander. Entschlossenes Auftreten meines Opa’s (schon am ersten Tag bat er sie ihn zu heiraten) hat dazu geführt, dass sie nach der Heimreise häufig korrespondierten.
Oma war eine starke, unabhängige Frau, die mehr Geld verdiente als Grossvater. Unter anderen aus diesem Grund hat Opa’s Familie beschlossen einen Detektiv einzuschalten, um untersuchen zu lassen ob sie ihr Geld auf sittliche Art und Weise verdiente. Als meine Grosseltern dies herausfanden entstand selbstverständlich ein Krach. Schon bald hat Oma angefangen sich für die niederländische Sprache, und für die christliche Lehre zu interessieren. Sie hatte sicherlich nicht die Absicht sofort eine Christin zu werden, hat es aber schliesslich aus eigener Überzeugung getan.
Genau ein Jahr nach ihrer ersten Begegnung verlobten sie sich, und wieder genau ein Jahr später (am 14. Juli 1931) heirateten sie in der Liebfrauenkirche in Bremen. Derselbe Pastor der meine Grossmutter vor kurzem getauft hatte, Pastor Reinhard Groscurth (1866-1949), vollzog die kirchliche Trauung. Nach der Hochzeit lebten beide Grosseltern im Hause des Grossvaters; das Pfarrhaus in Ransdorp.
In Heidelberg begegneten sie einander. Entschlossenes Auftreten meines Opa’s (schon am ersten Tag bat er sie ihn zu heiraten) hat dazu geführt, dass sie nach der Heimreise häufig korrespondierten.
Oma war eine starke, unabhängige Frau, die mehr Geld verdiente als Grossvater. Unter anderen aus diesem Grund hat Opa’s Familie beschlossen einen Detektiv einzuschalten, um untersuchen zu lassen ob sie ihr Geld auf sittliche Art und Weise verdiente. Als meine Grosseltern dies herausfanden entstand selbstverständlich ein Krach. Schon bald hat Oma angefangen sich für die niederländische Sprache, und für die christliche Lehre zu interessieren. Sie hatte sicherlich nicht die Absicht sofort eine Christin zu werden, hat es aber schliesslich aus eigener Überzeugung getan.
Genau ein Jahr nach ihrer ersten Begegnung verlobten sie sich, und wieder genau ein Jahr später (am 14. Juli 1931) heirateten sie in der Liebfrauenkirche in Bremen. Derselbe Pastor der meine Grossmutter vor kurzem getauft hatte, Pastor Reinhard Groscurth (1866-1949), vollzog die kirchliche Trauung. Nach der Hochzeit lebten beide Grosseltern im Hause des Grossvaters; das Pfarrhaus in Ransdorp.
Dieser Film vermittelt einen recht schönen Eindruck der Stadt Bremen im Jahre 1930, wo Opa und Oma sich damals trafen. Erkennungszeichen in diesem Film sind die Liebfrauenkirche (Hochzeit 1931), aber auch das alte Rathaus, der Blumenmarkt neben der Kirche, die Strassenbahn und die “Roland” Statue aus dem Jahre 1404. Diese Objekte sind in Bremen auch heute erhalten geblieben.
Im Jahre 1932 wurde mein Grossvater Pfarrer in der Gemeinde Klaaswaal, eine kleine Stadt in der Nähe von Rotterdam. Wegen seiner verbotenen aufständischen Aktionen während des Krieges, grenzte es an Wunder dass er den Krieg überhaupt überlebte. Ab 1946 war er Pfarrer in Woubrugge und ab 1949 in Nijkerkerveen. Am 1. Mai 1955 wurde er pensioniert, und darauf zogen meine Grosseltern nach Zeist (Sanatoriumlaan 77). Auch dort blieb er aktiv; so war er ab 1955 Hilfsprediger in Zeist, dann ab 1957 in Driebergen und von 1960 bis 1966 in Utrecht.
Kinder:
1. Johannes Bernardus Theodorus (Hans) Hugenholtz (1932-2018); Hausarzt in Bunschoten (mein Vater)
2. Margreth Steenbeek-Hugenholtz (1934-2022); Lehrerin in bildender Kunst (pensioniert)
3. Coenraad Albertus Jacobus (Albert) Hugenholtz (1937-2025); Atomphysiker
Opa erlitt in den 60er Jahren einen Schlaganfall, aber erholte sich von der Erkrankung. Trotz seines Strebens 100 Jahre alt zu werden, starb er in 1969 im Alter von 79 Jahren in Zeist. Meine Grossmutter starb in 1992 im Seniorenheim “de Amandelhof” in Zeist.
Ihr ganzes Leben hatte meine Grossmutter mit äusseren Umständen zu kämpfen: Geboren war sie als Deutsche; in den 20ern und 30ern jüdisch; nach ihrer Heirat in 1931 war sie Gattin (deutscher Herkunft) eines niederländischen Pfarrers; aber nach dem Bombardement auf Rotterdam in 1940 war sie plötzlich “Moffin” (damaliges Schimpfwort für eine Deutsche); und in 1942 wurde sie von der deutschen Besatzungsmacht klassifiziert als “Mischling”, wegen ihrer jüdischen Mutter.
Später war sie vor allem unsere deutsche Grossmutter, die fast akzentlos Niederländisch sprach. Nur selten sprach sie über den Krieg, ihre jüdische Herkunft oder die ermordeten Familienangehörigen. Opa und Oma wurden im selben Grab beerdigt in Zeist.
Rosita Steenbeek, meine Cousine und nach Grossmutter Rose benannt, hat in 2015 einen historischen Roman mit Name “Rose” über sie geschrieben. Ihr höchst empfehlenswertes Buch, das ein breites Publikum anspricht, ist im Buchhandel erhältlich (leider nur auf Niederländisch).
Kinder:
1. Johannes Bernardus Theodorus (Hans) Hugenholtz (1932-2018); Hausarzt in Bunschoten (mein Vater)
2. Margreth Steenbeek-Hugenholtz (1934-2022); Lehrerin in bildender Kunst (pensioniert)
3. Coenraad Albertus Jacobus (Albert) Hugenholtz (1937-2025); Atomphysiker
Opa erlitt in den 60er Jahren einen Schlaganfall, aber erholte sich von der Erkrankung. Trotz seines Strebens 100 Jahre alt zu werden, starb er in 1969 im Alter von 79 Jahren in Zeist. Meine Grossmutter starb in 1992 im Seniorenheim “de Amandelhof” in Zeist.
Ihr ganzes Leben hatte meine Grossmutter mit äusseren Umständen zu kämpfen: Geboren war sie als Deutsche; in den 20ern und 30ern jüdisch; nach ihrer Heirat in 1931 war sie Gattin (deutscher Herkunft) eines niederländischen Pfarrers; aber nach dem Bombardement auf Rotterdam in 1940 war sie plötzlich “Moffin” (damaliges Schimpfwort für eine Deutsche); und in 1942 wurde sie von der deutschen Besatzungsmacht klassifiziert als “Mischling”, wegen ihrer jüdischen Mutter.
Später war sie vor allem unsere deutsche Grossmutter, die fast akzentlos Niederländisch sprach. Nur selten sprach sie über den Krieg, ihre jüdische Herkunft oder die ermordeten Familienangehörigen. Opa und Oma wurden im selben Grab beerdigt in Zeist.
Rosita Steenbeek, meine Cousine und nach Grossmutter Rose benannt, hat in 2015 einen historischen Roman mit Name “Rose” über sie geschrieben. Ihr höchst empfehlenswertes Buch, das ein breites Publikum anspricht, ist im Buchhandel erhältlich (leider nur auf Niederländisch).
Geburtstag Tochter Margreth Hugenholtz-Steenbeek (1934-2022) im Pfarrhaus; Wil Vos Voor: Albert Hugenholtz (1937), Hans Hugenholtz (1932), Margreth Steenbeek-Hugenholtz (1934-2022), Marie van Steensel und Truida Vos.
In den Kinderwagen hat meine Tante Margreth in den Krieg illegale Zeitungen transportiert. (im 1940)
1947: kleine familien treffen bei Onkel Wim; Rapenburg, Leiden. vlnr: oma Rose Hugenholtz-Lehmkuhl (1905-1992); opa Gerhard Hugenholtz (1889-1969), Netty, die freundin von oom Henk, Henk Hugenholtz (1895-1956), Wim Hugenholtz (1902-1969), Gemma Hugenholtz (1891-1960); Ester Hugenholtz-Pouwelsen (1887-1970), Han Hugenholtz (1888-1973).
Heidelberg, Mai 1964.
Meine Eltern Hans und Geertje Hugenholtz-Kuyper haben mit meine Großeltern im Urlaub Deutschland besucht. Sie haben auch Heidelberg besucht, wo meine Großeltern eindander begegnet haben.
Obwohl ich noch nicht geboren war (die im Oktober 1964 geschah), war ich da, aber ziemlich rudimentär :-))